Information der Kenia-Gruppe

Das Kenia-Projekt der Geschwister-Prenski-Schule: ein Förderprojekt der ganzen Schule - und eine Erfolgsgeschichte

I_SEE-1Es geht um ein Kinderheim für Straßenkinder, Waisen und Halbwaisen oder Kinder aus extrem armen  oder kranken Familien in Kiaragana, im Embu-District Kenia. Es wurde vor vielen Jahren von jungen Deutschen, unter anderem einem Lübecker Schüler, gegründet und wird zurzeit auch von Deutschen, dem Verein „Kids Kenia“ geleitet. Zu diesem Verein, der ganz in der Nähe unserer Schule beheimatet ist, pflegen wir Lehrkräfte und Schüler der Geschwister-Prenski-Schule seit Jahren intensiven Kontakt. Wir kennen die Vorstandsmitglieder persönlich und wissen, dass jeder gespendete Euro zu 100% den Kindern zugute kommt. Wir sind schon vor einigen Jahren mit Schülern dorthin gereist, haben uns vor Ort über die Gegebenheiten informiert und daraufhin unsere Aktivitäten intensiviert. Nun unterstützen wir das Kinderheim seit mehr als 15 Jahren, indem wir die Hälfte der Einnahmen aus dem jährlichen Winterbasar spenden. In diesem November kam wieder eine Summe von 1800 Euro zusammen. – Im letzten Jahr konnten wir mit unseren Spenden zwei große Waschmaschinen mit finanzieren, die das mühsame Wäschewaschen mit der Hand für die Betreuerinnen der Kinder endlich weitgehend beendet haben, sofern ausreichend Wasser vorhanden ist...

 

Stärkung von Mädchen und Frauen

 

Insbesondere die Stärkung von Mädchen und jungen Frauen ist der Leitung des Kinderheimes ein großes Anliegen. Es beginnt in der Zeit, in der sie im Heim wohnen und die Primary School im Dorf besuchen, indem dafür gesorgt wird, dass die Mädchen wirklich regelmäßig die Schule besuchen und nicht für häusliche Arbeiten und die Versorgung jüngerer Geschwister auf den Schulbesuch verzichten müssen.  -  Für viele Mädchen endet der Schulbesuch, wenn er überhaupt so weit stattgefunden hat, mit der 8. Klasse. Nicht für die Mädchen des Kinderheimes. Sie dürfen zwar nach kenianischem Gesetz nicht länger im Kinderheim wohnen, sondern müssen, wenn sie die Secondary School besuchen wollen, in einem Internat wohnen. Aber auch dort werden die Kosten vom Verein „Kids Kenia“ weiter getragen und sie behalten das Kinderheim als familiären Anlaufpunkt.  - Die Fürsorge endet erst, wenn die Mädchen eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und in der Lage sind, auf eigenen Füßen zu stehen.

 

 

Kiaragana Kinderheim – ein Anlaufpunkt für Frauen des Dorfes

 

Das Kinderheim hat dank der kontinuierlichen finanziellen Unterstützung und der unermüdlichen Arbeit des Vereins im Dorf große Anerkennung und Rückhalt gefunden. Es ist ein Geben und Nehmen. Viele örtliche Handwerker, Bäuerinnen auf dem Markt und Nachbarn schätzen es sehr, dass es dieses Haus gibt. Sie vermitteln Kontakte zu Kindern, die dringend unterstützt werden müssen, sorgen für geeignete Mitarbeiter*innen und haben daran mitgewirkt, ein hilfreiches Netzwerk vor Ort aufzubauen. – Die Frauen aus der Umgebung profitieren auch davon, denn im Heim steht ihnen ein Raum als Kommunikationszentrum zur Verfügung, das sie regelmäßig besuchen können, um sich auszutauschen oder in Notsituationen Hilfe zu finden. Davon machen sie regen Gebrauch.  – Geplant ist außerdem, auf einem benachbarten Grundstück in vorhandenen, leer stehenden Räumen Werkstätten einzurichten, die von benachbarten Frauen und Jugendlichen zu Ausbildungszwecken genutzt werden können. Auch dafür lohnt es sich, das Kinderheim weiterhin zu fördern.

                                           

Die Kenia-Gruppe der Geschwister-Prenski-Schule:  Äußerst aktiv! 

 

Die Kenia-Gruppe der Schule setzt sich zusammen aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Jahrgänge, sowie zurzeit zwei Lehrkräften, mehreren engagierten Müttern und ehemaligen Schüler*innen. Angeleitet durch Schüler*innen des 11. Jahrgangs im Rahmen unseres "Verantwortungsprojektes" wird seit mehreren Jahren erfolgreich daran mitgewirkt, das „Kenia-Projekt“ auch im Laufe des Jahres aktiv zu unterstützen. Das geschieht durch Koch- und Bastelarbeiten, die bei verschiedensten Aktionen verkauft werden, außerdem durch Öffentlichkeitsarbeit in der Schule bei Kulturabenden, Sporttagen und dem „Tag der offenen Tür“ für die künftigen fünften Jahrgänge. Bei solchen Aktionen kommen pro Jahr zusätzlich immer über 1000€ für das Kinderheim zusammen. Besonders erfolgreich war im letzten Jahr der von der Kenia-Gruppe organisierte und von der ganzen Schule durchgeführte SPONSORENLAUF unter dem Motto: Prenski läuft für Kenia. Hierbei konnten wir über 8000€ ans Kinderheim überweisen. Außerdem werden, angeregt durch die Kenia-Gruppe, von einzelnen Klassen DAUERSPENDEN durchgeführt, z. B. 20€ monatlich aus Taschengeldeinnahmen, bzw. von Eltern und Lehrkräften, die monatlich an den Verein "Kids Kenia" feste Beträge überweisen.


KENYAde

 

Warum Reisen nach Kenia?

 

Weil wir Lehrkräfte überzeugt davon sind, dass nur durch persönliche Kontakte, immer wiederkehrende Begegnungen mit den Menschen dort das Projekt an dieser Schule so lebendig gehalten werden kann. In der Gruppe arbeiten Schüler*innen schon seit mehreren Jahren mit, die, wenn sie alt genug sind, unbedingt nach Kiaragana reisen wollen, um die Kinder, mit denen sie momentan gelegentlich skypen oder Briefkontakte pflegen können, persönlich kennen zu lernen. Sie kennen ihre schweren Schicksale, die harten Bedingungen, die ihr junges Leben gezeichnet hatten, bis sie Zuwendung und Fürsorge im Kinderheim finden konnten. Sie erfahren punktuell aus der Ferne, wie diese Kinder heranwachsen, in die Schule gehen, lernen und ihre täglichen Pflichten erledigen. Daraus erwächst der Wunsch, dieses Leben dort einmal wirklich kennen zu lernen.  – Was sie dann dort erleben, sind fröhliche Kinder, die es genießen, versorgt zu sein, Essen und ein Dach über dem Kopf zu haben, in Gemeinschaft zu leben und regelmäßig zur Schule zu gehen.

 

Das Ziel unserer Reisen dorthin ist die Begegnung mit einem Land, einer fremden Kultur, nicht vom Luxus geprägt, sondern auf das Lebensnotwendigste reduziert. Sich zurechtfinden in wenig komfortablen Lebensbedingungen, aber auch das Gefühl der Entlastung durch nicht vorhandenen „Konsumdruck“ sind wesentliche Erfahrungen für junge Menschen aus einer reichen Industrienation wie Deutschland. Sie stellen eine Herausforderung dar und erfordern Anstrengungsbereitschaft und Mut. Ihre Bewältigung stärkt die Selbstkompetenzen und somit die Persönlichkeiten unserer Schüler*innen. Durch das Erleben des afrikanischen Alltags wird ihre Sicht auf gewohnte Lebensbedingungen stark beeinflusst. Sie beginnen, ihr eigenes Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen, aber auch „alltägliche“ Werte bewusster wahrzunehmen und z.B. "Luxus-Dinge" wie fließendes Wasser wertzuschätzen. So werden unsere Schülerinnen und Schüler zu nachhaltigem Denken angeregt und wir erfüllen ein wesentliches Bildungsziel unserer Zeit.

 

Was bedeutet Workcamp

 

Wir beteiligen uns an alltäglichen Hausarbeiten wie Wasser holen, Brennholz beschaffen, Kochen, Einkaufen auf dem Markt und Gartenarbeit. Hauptaufgaben sind in diesem Jahr Renovierungsarbeiten am Zaun und die Außengestaltung des Kinderheimes unter Anleitung von Fachkräften.

 

Im Zentrum steht jedoch der Kontakt zu den Heimkindern, die in der Zeit auch Ferien haben. Deshalb wollen wir sie bei ihren täglichen Pflichten unterstützen, mit ihnen Sport treiben, Spiele spielen und Ausflüge in die nahe Natur mit ihnen unternehmen. Auch Besuche benachbarter Institutionen, landwirtschaftlicher und Naturschutz-Projekte vor Ort sind geplant. Da der Verein "Kids Kenia" sein Aufgabenfeld auch auf die Berufs- und Weiterbildung ehemaliger Heimkinder ausgeweitet hat, sind Kontakte zu inzwischen außerhalb des Dorfes lebenden Jugendlichen geplant sowie Besuche von Ausbildungsstätten.

 

Wie steht es mit der Sicherheit?

 

Uns ist bewusst, dass eine Reise in ein afrikanisches Land nicht ohne Risiko ist. Dennoch gehört Kenia zu den Ländern, in denen Frieden herrscht, das eine nicht unumstrittene, aber demokratisch gewählte Regierung hat und in dem eine hohe Zahl von Menschen in vergleichsweise geordneten Verhältnissen lebt. Dennoch kommt es immer wieder zu Anschlägen wie z. B. im Jahr 2013 in Nairobi, weswegen wir unser Workcamp mit den Schüler*innen absagen und als Lehrkräfte allein reisen mussten. Das Risiko von Anschlägen besteht mittlerweile überall auf der Welt, auch in Deutschland, wie wir schon schmerzlich erfahren mussten. Umso mehr sehen wir es als unsere Aufgabe an, durch freundschaftliche Begegnungen mit fremden Kulturen zur Friedensstärkung beizutragen. Kiaragana liegt im District "Embu", ist ein Dorf am Fuße des höchsten Berges "Mount Kenya" und ca. 180km von Nairobi entfernt. Wir bewegen ins in dieser Region im Umkreis von 30-50 Kilometern. Es ist eine sehr ländliche Region, die Menschen leben hier überwiegend vom Kaffee-, Tee-, und Früchteanbau. Wir haben uns hier in den vergangenen Jahren sehr sicher gefühlt und gehen davon aus, dass das in diesem Jahr so bleiben wird. Das Kinderheim selbst liegt auf einem umzäunten Gelände und wird vor allem nachts bewacht. Sobald wir uns außerhalb bewegen, tun wir dies immer in Gruppen und in Begleitung von Kinderheim-Mitarbeitern. Im Dorf auf dem Markt, in der Grundschule, im Krankenhaus, bei den Nachbarn - überall kennt man uns schon, weil wir schon in den letzten Jahren im positiven Sinne auf uns aufmerksam gemacht haben.

 

Und was bleibt hinterher?

 

Wie bei den früheren Reisen werden wir unsere Reiseeindrücke in Wort und Bild weitergeben als Botschafter in zwei Richtungen. Wir freuen uns auf die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen dort, um anschließend Schülerinnen und Schülern unserer Schule, aber auch anderen Interessierten hier in Lübeck und natürlich unseren Sponsoren und Unterstützern von unseren Eindrücken zu berichten.

 

Wir verstehen uns als ehrenamtlich engagierte Multiplikatoren und als Motivationsträger für die nachfolgende Schülerschaft und Lehrkräfte. Wir glauben damit ein ausgesprochen nachhaltiges Projekt am Leben zu erhalten.

 

  

 

Gabriele Hurlin, Projektleiterin

 

Was die Kenia-Gruppe bisher geleistet hat 

Zusammenarbeit mit "KIDS-KENIA"

Wir haben Kontakt  zum Lübecker Verein 

„KIDS KENIA“, der mit seinen jungen Mitarbeitern dasselbe Kinderheim in Kiaragana unterstützt. 1-2 Mal im Jahr reisen sie nach Kenia, um die Spendengelder vor Ort zu investieren für Nahrungsmittel, Kleidung, Bau- und Renovierungsarbeiten sowie für die Löhne der Angestellten. So wird sichergestellt, dass jeder Cent bei den Kindern landet. Außerdem erhalten wir aktuelle Daten, Zahlen und Fotos und sehen, wofür auch unsere Spendengelder genutzt werden. Diese Informationen haben wir bei verschiedenen Aktionstagen in die Schulöffentlichkeit gebracht.

 

Verkaufsstand1

Verkaufsstand der Kenia-Gruppe am Winterbasar 2011

 

Reise nach Kenia

In den Herbstferien 2011 waren wir - 7 Schülerinnen und Schüler der Kenia-Gruppe, 2 Lehrkräfte und 1 Mutter - zum ersten Mal in Kenia. Unser Ziel war, den Alltag der Kinder dort mitzuerleben, mit ihnen zu arbeiten, zu essen und zu spielen. Wir wollten z. B. wissen, wie es ist, wenn man sein Wasser täglich selbst aus dem Bach herbeitragen muss, Essen mit einfachsten Mitteln herstellt, auf offenem Feuer kocht und wie Schule und „Freizeit“ im Leben  „normaler“ (=armer) afrikanischer Kinder aussehen.
 
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Diese Reise war ein besonders schönes Erlebnis für alle Beteiligten: Wir haben die Kontakte zu den afrikanischen Kindern genossen, gespielt, gesungen und viel Spaß gehabt. Wir haben körperlich hart gearbeitet beim Renovieren und Feuerholz machen und wir haben es gelernt mit primitivsten Wohnbedingungen auszukommen. Außerdem haben wir erlebt wie es ist, als weißer Mensch in absoluter Minderheit zu sein...!

Alle Mitreisenden – und inzwischen noch weitere Schüler und Schülerinnen der Schule - möchten gern eine zweite Reise nach Kenia machen, das Kinderheim besuchen, dort arbeiten und noch mehr vom afrikanischen Leben kennen lernen.