Besuch der kritischen Freunde

Vom 27. bis 29. März 2011 empfing die Geschwister-Prenski-Schule Beusch aus dem Arbeitskreis BLICK ÜBER DEN ZAUN (BüZ). Dieser Kreis gehört zum Verbund reformpädagogisch orientierter Schulen und hat sich die Aufgabe gestellt, die Arbeit an den beteiligten Schulen gemäß eigener Standards (siehe www.blickueberdenzaun.de) zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Lehrkräfte aus BüZ-Schulen im ganzen Bundesgebiet besuchten einen Tag lang den Unterricht an der Geschwister-Prenski-Schule und führten Gespräche mit Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Eltern, um Antworten auf die von uns gestellte Frage zu finden: "Inwieweit werden wir unseren Schülerinnen und Schülern in ihrem individuellen Lernen gerecht?"

Neben erfreulich vieler positiven Rückmeldungen erhielten wir auch wertvolle Anregungen zur Weiterentwicklung.

Positive Rückmeldungen waren:

  • Deutlich gelebte und erlebbare Schulgemeinschaft;
  • Freundlicher und wertschätzender gegenseitiger Umgang innerhalb und außerhalb des Unterrichts;
  • Konstruktive Diskusssionskultur;
  • Konsequente Teamarbeit in allen Bereichen sowie professionelles Tischgruppentraining;
  • Hohe Individualität im Lernen;
  • Angenehme Unterrichtsatmosphäre in allen Klassenstufen.

Anregungen:

  • "Die Ernte wird nicht eingefahren!" - Gemeint war mit diesem Satz, dass wir unsere Schülerinnen und Schüler zwar erfolgreich stärken und zu Eigenverantwortung erziehen, diese in den höheren Klassenstufen aber im Lernprozess dann zu wenig zulassen bzw. einfordern.
  • Die an sie gestellten Anforderungen sollten den Schülerinnen und Schülern stärker transparent gemacht werden.
  • In den unteren Klassen sollte die Jungenarbeit verstärkt werden.

Blick über den Zaun

Damit steht die Geschwister-Prenski-Schule in einem Netzwerk mit derzeit etwa 70 anderen reformpädagogisch orientierten Schulen (Stand Oktober 2008).

Organisiert ist der Schulverbund in Arbeitskreise von je 6-10 Schulen. Gemeinsam arbeiten die Schulen eines solchen Arbeitskreises an der Verbesserung ihrer Einrichtung. Dafür besuchen sie sich als ‚kritische Freunde’ zweimal pro Jahr in Schulbesuchen, sogenannten ‚peer reviews’, d.h. jeweils zwei Vertreter/innen aller Schule besuchen eine Schule. Der Reihe nach werden so alle Schulen besucht und erhalten Rückmeldungen, wie sie ihre Schule verbessern können, aber auch was bereits so gut ist, dass man es gerne mit an seine eigene Schule nimmt.

Grundlage dieser Arbeit ist das gemeinsame pädagogische Verständnis von einer Schule für das Kind. Der Schulverbund hat deshalb auf Basis eines Leitbilds Standards für eine gute Schule entworfen. Diese Standards sind Grundlage für die Entwicklungsarbeit im Kollegium aber auch die gemeinsame Basis bei den gegenseitigen Besuchen.
Die grundlegenden Überzeugungen des Schulverbunds sind diese:
– Es geht in der Schule um einzelne Menschen, die Kinder und Jugendlichen. Die Schule ist für sie da und nicht umgekehrt. Wir müssen sie in ihrer Unterschiedlichkeit annehmen und die Schule von ihnen und ihren Bedürfnissen her denken.
– Lernen ist eine Sache der ganzen Person. Erfahrung und Erlebnis gehören ebenso dazu wie Belehrung und systematisches Üben.
– Werte müssen täglich gelebt werden, ebenso wie demokratisches Handeln. Das ist keine Sache einzelner Fächer, sondern des Schullebens.
– Gute Schulen entstehen nicht von selbst und kommen nicht von „oben“. Verantwortlich für eine Schule sind diejenigen, die sie gestalten.

Die Geschwister-Prenski-Schule hat sich durch die Mitgliedschaft dazu verpflichtet, ihre Schule entsprechend dieser Grundsätze zu verbessern und die Standards als Entwicklungsgrundlage anzusehen.

Mehr zum Schulverbund unter: www.blickueberdenzaun.de